Begrüßung im Business: Händeschütteln – Distanzzone - Augenkontakt

Es gibt eine Vielzahl von Begrüßungsmöglichkeiten – vor allem falsche. Spielen wir ein paar Szenen durch:

 

Jemand, den Sie kaum kennen, kommt freudig auf Sie zu. Er oder Sie tritt dicht an Sie heran, ergreift Ihre Hand und gleichzeitig Ihren Arm und möchte darüber seine Freude ausdrücken, Sie (wieder)zu sehen. Nett gemeint, aber leider in mehrfacher Hinsicht verkehrt:

 

Wir gehen grundsätzlich in den Kontakt rein und wieder raus. Wenn man sich besser kennt, kann man den anderen auch schon einmal am Arm anfassen. Aber bitte nie festhalten. Zudem haben wir alle einen Persönlichkeitsbereich – im Business von ca. 1 m Abstand – den man nicht durchbrechen sollte. Sie kommen der Person sonst „zu nahe“.

Kennt man sich besser, kann man bis auf 50 cm herankommen, oder gar in die Umarmung gehen. Das ist völlig in Ordnung. Aber immer wieder aus dem Kontakt rauskommen und nicht festhalten.

Auch das Dauerschütteln der Hände ist für die TV-Kameras gedacht, wenn z.B. unsere Politiker Staatsgäste empfangen, nicht für eine normale Begrüßung in unserem Land.

 

Eine zweite Situation:

Sie reichen die Hand zum Gruß und Ihr Gegenüber ergreift nur Ihre Fingerspitzen. Dies wird als Unsicherheit gelesen. Da man ebenfalls nur die Fingerspitzen zu fassen bekommt, kann sich die Hand schnell von Ihnen lösen und Ihr Gesprächspartner kann „fliehen“ – so das Bild. Nun werden manche einwenden: Die eigenen Hände seien häufig kalt und feucht und es sei doch unangenehm, die ganze Hand zu reichen. Das mag durchaus sein. Allerdings je entspannter und unaufgeregter Sie damit umgehen, desto besser wird es. Zudem reichen wir uns ja nur ein paar Sekunden die Hände. Ich versichere Ihnen, verschwitzte und kalte Hände hält jeder die kurze Zeit aus und Sie sind sicher nicht allein damit.

 

Die dritte Situation:

Sie sind dabei jemanden zu begrüßen und schauen dabei schon einmal, wen Sie sonst noch interessantes entdecken. Das ist eine Unhöflichkeit. Wir schauen uns bei der Begrüßung – und am besten während des gesamten Kontaktes, also auch im Gespräch – freundlich in die Augen. Damit signalisieren wir „Wir sind bei Dir und hören Dir aufmerksam zu.“ Wegzugucken oder gar in letzter Minute das klingelnde Handy hervorzuholen und eine Entschuldigung zu murmeln, ist ein No-Go. Entscheiden Sie sich und setzen Sie Prioritäten. Entweder telefonieren oder jemanden begrüßen/sich unterhalten. Wenn das Handy wichtiger ist, als die Person, wundern Sie sich nicht, wenn diese kein Interesse mehr an Ihnen hat.

 

Vierte Situation:

Man ergreift Ihre Hand und zerquetscht sie förmlich, sodass Sie schmerzverzerrt in die Knie gehen. Das haben Sie noch nie erlebt? Ich leider schon, wenn auch von einem sehr sympathischen Kollegen. Wir brauchen nicht zu lange darüber zu diskutieren: Es ist natürlich unmöglich und da er seine Vorgehensweise nicht geändert hat, auch komplett unhöflich. Ein schmerzverzerrtes Gesicht kann keinem entgehen und spätestens dann ist das eigene Verhalten zu korrigieren.

 

Es gibt noch mehr dieser und ähnlicher Situationen. Aber wie machen Sie es nun richtig im Business?

 

Sie stehen frontal zueinander. Dies bedeutet: „Ich habe Vertrauen und ich bin offen“. Wieso das? Dies kommt aus der Evolution. Wenn Sie offen und frontal jemanden gegenüberstehen, sind Sie verletzlich. Z.B. könnte man Sie unvermittelt umstoßen. Sie würden fallen. Mit Ihrer frontalen Haltung signalisieren Sie Vertrauen.

 

Gleiches gilt für die ausgestreckte, aufrechte Hand. Sie ergreifen die ganze Hand und legen Daumenbeuge in Daumenbeuge. Auch hier setzen wir das Signal: „Ich vertraue Dir. Du wirst mich wieder loslassen, mir nicht weh tun, mich nicht zu Boden zwingen“. Beide Hände bleiben aufrecht. Dreht einer von beiden seinen Handrücken nach oben, ist das eine eindeutige Dominanzgeste und damit ein No-Go.

 

Sie stehen also in ca. 1 m Abstand, frontal zu Ihrem Gesprächspartner, ergreifen die ganze Hand und umschließen die Handrücken. Die Hände bleiben aufrecht. Sie schauen sich lächelnd in die Augen und schütteln die Hände 1 bis 2 Mal. Dann lassen Sie sich wieder los.

 

Stehen Sie nicht frontal, sondern ein wenig eingedreht zueinander, ist auch dies das Signal, dass Sie sich den Fluchtweg offenhalten wollen und Sie noch nicht so genau wissen, wie Sie Ihr Gegenüber einschätzen sollen und ob die Person „OK“ ist.

 

#benimmistin

 

Britta Balogh