Ein Rückblick auf 2019

Was waren Hauptherausforderungen für Führungskräfte in 2019?

  • sie sollen Vorbilder und Coach zugleich sein

  • Digitale Tools einführen

  • Entwicklungsschritte in der KI vorantreiben und begleiten

  • agile Teams führen

  • Mitarbeitergewinnung ist eine Kernherausforderung.


Wie sahen und sehen die Anforderungen einer Führungskraft aus?

Ich habe mit (werdenden) Führungskräften und Experten gesprochen, die ihre Weiterentwicklung und ihren Findungsprozess selber in die Hand nehmen und sich selbst einen Support suchen, unabhängig der Firma. Denn neben der regulären und anspruchsvollen Führungsaufgabe kommen diverse komplexe Projekte und weitere Herausforderungen hinzu. Häufig kämpfen Sie neben den oben genannten Anforderungen mit ganz normalen, traditionellen und für uns alle so wichtigen Aspekten wie Anerkennung, Respekt, höflicher und wertschätzender Umgang, Förderung, Vereinbarkeit von hoch engagiertem Arbeiten, Flexibilität und Familie.

Um selbstorganisierte interne und externe Teams erfolgreich führen zu können sind Offenheit, Mut und Flexibilität im Denken und Handeln Voraussetzung. Den Raum dafür muss das Unternehmen schaffen. 

In diesem Strudel von An- und Herausforderung kommt die Frage nach dem Sinn, dem „Purpose“ hinzu. Wie soll die Zukunft aussehen? Was erfüllt mich? Wofür möchte ich jeden Morgen aufstehen? Tue ich das richtige oder will ich mich die zweite Hälfte meines Berufslebens anderen Aufgaben, Inhalten widmen? Wo stehe ich hinter, wo nicht? 

All dies geschieht nebeneinander und in einem rasanten Tempo, was sicherlich auch die Herausforderung für 2020 sein wird. 

Ich habe in meinen Coachings und Workshops erlebt, dass Zuhören, Reflektieren, Perspektivenwechsel, Zugewandtheit, Entschleunigung, Freundlich- und Höflichkeit und die Dinge klar zu benennen der Seele guttut und Luft zum Nachdenken und Sich Finden gibt. Das ist alles nichts neues, aber in unserer Zeit des schnellen Wandelns, der schnellen Reaktion und Flexibilität um so wichtiger. Einen Moment innehalten zu können und einen Sparringspartner zu haben. Der Coach an Ihrer Seite, der nicht nur punktuell auftaucht, sondern der begleitet und auch außerhalb von Sitzungen, Seminaren und Workshops ansprechbar ist.

Doch warum rückt das persönliche Coaching vermehrt in den Vordergrund und wird auf Eigeninitiative gesucht? Unser Alltag ist wie geschildert schnelllebiger, vergänglicher und auch komplexer geworden und wir müssen immer schneller mit tiefgreifenden Veränderungen in vielen Bereichen zurechtkommen. Essentiell ist es daher, nicht den Überblick und die Orientierung zu verlieren. Den Arbeitnehmern ist diese Herausforderung bewusst. Durch individuelles Coaching möchten sie ihre persönliche Erfolgsstrategie entwickeln. Gleichzeitig wissen sie, dass im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung auch Soft Skills immer bedeutender werden. Darüber habe ich in diesem Jahr in vielen Beiträgen und Videos gesprochen. Ihnen kommt in Zeiten des Wandels eine immer größere Bedeutung zu. Gleiches gilt für die Kommunikation. Sie ist nicht nur herausfordernd zwischen Generationen, sie birgt häufig Konfliktpotential durch schnelle, undurchdachte, missverständliche im Telegrammstil übermittelte und grammatikalisch falsche Aussagen. Ergänzt wird dieses Konfliktpotential durch ein Mangeln an Empathie, Zu- und Hinhören und aufeinander eingehen. 

Um all diese Skills zu erlernen und zu verinnerlichen, sind Coachings ein sehr wirkungsvolles Format. Denn Lernen bedeutet nicht reine Wissensvermittlung. Die Themen in Workshops  und Einzelcoachings erlebbar zu machen sorgt für mehr Transfer sowie Persönlichkeits- und Potenzialentwicklung. Lernen zu erleben, Motivation und „Entwicklungshilfe“ - dafür wünschen sich Mitarbeiter einen persönlichen Coach.

Doch weshalb werden nur in jedem fünften Unternehmen Coachings angeboten? Noch immer ist die Annahme weit verbreitet, dass sie nur für die oberste Führungsriege bestimmt und angemessen seien. Dem ist nicht so! Die Manager bekommen Personal Coachings, die unteren Ebenen werden in Seminare oder zu Vorträgen geschickt und sollen dort Soft Skills lernen. Der Lerntransfer von Frontalvorträgen liegt bei unter fünf Prozent. 

„Everybody needs a coach”, meinte schon Bill Gates.

In meinen Coachings und Workshops arbeite ich von Azubis, die auf ihre Aufgabe vorbereitet werden und eine erste Orientierung und Ausrichtung erhalten, über Führungskräfte im Übergang vom Teammitglied zum Teamleiter, mit Teams in Personalentwicklungsprogrammen bis zu Managern, bei denen es um Weichenstellung, Neuausrichtung und offenere Führung geht und mit allen, die sich entwickeln wollen und sollen. 


Das Jahr 2019 hat für uns alle große Anforderungen gebracht. Sie werden in 2020 nicht kleiner werden. Nur indem wir immer wieder unseren Führungsstil, unsere Kommunikation und Soft Skills, unseren „Purpose“ und unser Ziel überprüfen, reflektieren und justieren kommen und bleiben wir auf der Erfolgsspur. 

Ich danke allen Beteiligten für ein spannendes, aufschlussreiches, forderndes und bereicherndes Jahr 2019.

Britta Balogh