Mitarbeitermotivation in Krisenzeiten
Geht das überhaupt, in der aktuellen Situation Mitarbeiter zu motivieren? Die meisten sitzen inzwischen dezentral, Aufträge kommen zum erliegen, die Zukunft ist ungewiss.
Soft Skills und die Motivation des Teams sind jetzt essentiell wichtig. Dadurch rücken Sie mit Ihrem Team enger zusammen (psychisch, nicht physisch), es entsteht ein Gemeinschaftsgefühl und ein „Wir schaffen das!“ mit einer gemeinsam getragenen Verantwortung. Das ist ein großer Motivator. Eine Stockstarre, oder gar Panik sind keine guten Ratgeber. Besser ist es, auf Betriebstemperatur zu bleiben und nach den positiven Seiten der Krise zu schauen.
Was genau können Sie jetzt tun?
Transparenz
Sie sollten die Situation weder schönreden noch schwarzmalen, sondern ganz objektiv und transparent die Lage schildern. Auch wenn es gerade schlimm steht, verschweigen Sie es nicht. Erklären Sie den Mitarbeitern, was Ihr Plan ist, um das Unternehmen am Laufen/Überleben zu halten, bzw. nach der Krise wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Das motiviert alle für das Unternehmen zu kämpfen. Sollte es noch keinen Plan geben, beziehen Sie das Team in Ihre Überlegungen mit ein und fordern Sie Input. Das lenkt die Gedanken in eine positive Richtung, stärkt das Gemeinschaftsgefühl und ist ein Motivator. Und kommunizieren Sie jeden kleinen Fortschritt an Ihre Mitarbeiter. Das setzt Kräfte frei.
Verantwortung
Lassen Sie die Verantwortung der Arbeitsbereiche bei Ihren Mitarbeitern, auch wenn Sie denken, dass Sie jetzt am besten alle Fäden selbst in der Hand behalten und jeden Schritt kontrollieren sollten. Das ist kontraproduktiv. Verantwortung stimuliert. Die Mitarbeiter bleiben so engagiert und wollen Ihr Vertrauen nicht enttäuschen. Zudem gewinnen Sie Freiraum, um sich auf die Steuerung durch die Krise zu konzentrieren.
Weiterentwicklung trotz Krise
Nein, Entwicklung WEGEN Krise!
Irgendwann endet jede Krise und dann brauchen Sie starke und motivierte Mitarbeiter. Das Arbeitsvolumen und der Aktionsradius sind runtergefahren, es entstehen Freiräume. Nutzen Sie sie jetzt, auch wenn die Investition zu einem ungünstigen Zeitpunkt kommt.
Bieten Sie Ihren Mitarbeitern die Chance, ihre Kompetenzen permanent zu erweitern. Das Unternehmen profitiert von den neu erworbenen Fähigkeiten und Ihre Mitarbeiter identifizieren sich stärker mit „ihrem“ Unternehmen.
Soft Skills
Ihre Soft Skills als Führungspersönlichkeit sind wichtiger denn je. Mit Empathie, Besonnenheit, Hilfsbereitschaft und kommunikativer Kompetenz können Sie nicht nur Ihre Mitarbeiter beruhigen, Sie motivieren sie, engagiert und konstruktiv mit Ihnen durch die Krise zu gehen.
Dazu gehört eine eigene positive Haltung und der Blick nach vorn. Nehmen Sie Anteil an den Nöten und Sorgen Ihrer Mitarbeiter, das schafft Sicherheit und Vertrauen. Weder eigenes Jammern, Ausmalen von Horrorszenarien noch Schwadronieren über andere, was sie alles falsch gemacht haben, hilft weiter. Weder Ihnen noch den Mitarbeitern. Darüber verspielen Sie Ihren Respekt.
Anerkennung und Wertschätzung tut jedem gut und auch dies ist ein wichtiger Aspekt, um von Panik und Stockstarre abzulenken. Nur Vorsicht: Wer jahrelang nicht gelobt hat, braucht jetzt nicht zu versuchen, seine soziale Kompetenz mit einem Stück Kuchen unter Beweis zu stellen. Ebenso überflüssig sind Bemerkungen im Smalltalk, dass der eigene Arbeitsplatz sicher ist, während die Jobs von Kollegen gefährdet sind.
Animieren Sie Ihr Team zu innovativem Denken und den Blick über den Tellerrand. Jeder Beitrag bietet Denkanstöße, verstärkt den Blick nach vorn und bringt das Team in Bewegung. Seien Sie mutig und offen für unkonventionelle Ansätze. Jetzt gilt es Ideen für die Zukunft zu entwickeln und sie auszuprobieren. Damit rüsten Sie sich für die Zeit danach und sind möglicherweise einen Schritt voraus.
Dies bietet auch die Chance, das Team mit all seinen Individuen wieder näher zusammen zu bringen. Haben Sie beispielsweise einen Außenseiter, der gewöhnt ist, für sich allein mit guten Ergebnissen zu arbeiten und zu glänzen, gäbe es jetzt die Chance, Gemeinschaft und Vertrauen zurückzugewinnen oder neu aufzubauen. Dabei hilft auf gemeinsame Ziele und Erfolge einzuschwören und die ehrlich gemeinten Parolen wie „Zusammen sind wir stark“ , „Gemeinsam in einem Boot“, bringt das Team zusammen.
Manche Mitarbeiter fliehen vor lauter Schreck und Panik in eine Krankheit. Sie fühlen sich überfordert und blockieren. Das Unterbewusstsein möchte umsorgt und bar jeder Verantwortung sein. Was diese Menschen jetzt mehr denn je brauchen, ist das Gefühl gebraucht zu werden und Teil des Teams zu sein. Ein Helfersyndrom wäre an dieser Stelle kontraproduktiv. Holen Sie die Person mit ehrlicher Anerkennung und Wertschätzung zurück ins Team.
Mitarbeitermotivation in Krisenzeiten braucht viel Fingerspitzengefühl, eine positive innere Haltung und Techniken. Vieles davon bringen Sie sicherlich mit. Anderes kann hinzugewonnen werden. Ich unterstütze Sie und Ihr Team gern dabei – auch online. Gerade jetzt!