Kommunikation zwischen Generationen von Baby Boomern bis zur Generation Z
Die Verständigung zwischen Generationen stellt nicht erst seit der Zeit von Facebook, Smartphones und What’s App eine Herausforderung dar. Sprache unterliegt dem ständigen Wandel und der Entwicklung entsprechend des Zeitgeistes und zeigte schon immer Unterschiede auf.
Die Unternehmenskommunikation steht jedoch aktuell vor einer besonderen Aufgabe: Nicht nur, dass bis zu vier Generationen in einem Unternehmen arbeiten, auch neue technische Möglichkeiten und Kommunikationsgewohnheiten gilt es zu erlernen und anzuwenden. Für viele ist das Neuland und die Aufgabe offen zu sein und hinzuzulernen. Für die Generationen Y und Z sind die technischen Möglichkeiten Selbstverständlichkeiten, da sie in die Technologie und schnelle Kommunikation hineingeboren wurden. Für die Baby Boomer und Generation X stellt es sich deutlich anders da.
Die Kommunikationsproblematik und der Wissensverlust in Unternehmen haben verschiedene Ursachen. Eine davon ist in dem Fehlen geeigneter Kommunikationsbrücken zwischen den Generationen begründet. Dafür typische Situationen sind z.B.:
Junges (Uni-)Know-How und gewachsenes Erfahrungswissen treffen aufeinander und geraten in Konkurrenz. Jede Seite erwartet implizit, dass ihr Beitrag höherwertig ist und entsprechend von der anderen Seite gewürdigt wird.
Jede Generation hat ihre typische Wertewelt, die das Verständnis von Arbeitsorganisation und Führung geprägt hat. Junge Führungskräfte sind in der Führung älterer Mitarbeiter unsicher und unerfahren. Die Älteren fühlen sich zum "alten Eisen" abgestempelt und nicht respektiert. Die Folge ist der innere Rückzug.
Erfahrungsreiche Mitarbeiter scheiden häufig vorzeitig aus dem Unternehmen aus und nehmen ihr Wissen mit. Sie fühlen sich von der jungen Generation „aussortiert“.
Wie also baut man Kommunikationsbrücken zwischen den Generationen?
Konfliktfreie Kommunikation und strukturierter Wissenstransfer zwischen Generationen sind kein Selbstläufer. Die Begegnung zwischen „Alt und Jung“ allein reicht nicht aus, um die Zusammenarbeit auf ein solides Fundament zu stellen. Konflikte sind vielmehr vorprogrammiert, weil jede Generation durch spezifische Werte ihrer Zeit geprägt ist. Daraus abgeleitet existieren unterschiedliche Vorstellungen und Erwartungshaltungen zu Arbeitsformen, Kommunikation und zur Unternehmenskultur. Diese zu identifizieren und Brücken zu schaffen ist essentiell und wirkt sich positiv auf die Produktivität aus. Je größer der Altersunterschied, die Altersspanne ist, desto größer die Notwendigkeit, die einzelnen Persönlichkeiten miteinander in das gemeinsame erfolgsorientierte Arbeiten zu bringen. Hier verweisen ich auf den Onboardingprozess, der idealerweise gleich zu Beginn das Fundament für die Brücke zwischen Generationen legt.
Erstaunlicherweise hat sich gezeigt, dass vor allem Jüngere Schwierigkeiten mit generationenübergreifendem Arbeiten haben, besagt das Randstad Arbeitsbarometer
Widerstände müssen wahrgenommen, dürfen aber nicht gebrochen werden - Druck erzeugt Gegendruck, die Kommunikation wird dadurch noch destruktiver. Vielmehr sind Widerstände als Informationsquelle zu verstehen und wertschätzend aufzugreifen. Mit dem Wissen um generationenbedingte Störfaktoren können sie konstruktiv aufgelöst zu werden.
Unterschiedliche Zielvorstellungen und Interessenlagen können zunächst individuell – am besten im Coaching - ausgelotet werden. Das schafft Orientierung und Sicherheit. Auf dieser Basis lassen sich in Workshops konkrete Vereinbarungen treffen und Teambuildings sinnvoll konzipieren.
Ein Workshop setzt an den aktuellen spannungsgeladenen Situationen der Betroffenen im Unternehmen an. Es sollten also Beteiligte aus mehreren, bestenfalls aus allen Generationen teilnehmen. Das zu erarbeitende Wertesystem, das aus den einzelnen Werten der teilnehmenden Personen zusammengesetzt ist, ist dementsprechend komplex. Der Workshop bietet Chancen, die Interessen der betroffenen Generationen gemeinsam zu beleuchten und die Vorstellungen und Bedürfnisse der Gruppen und Individuen lösungsorientiert zu bearbeiten. Die Reflexion der eigenen Werte, der eigenen Haltung, die Öffnung für das jeweils Andersartige und schließlich die Erkenntnis für das große Potential, die Vorteile aus allen Generationen zu verbinden, sind Schlüsselfaktoren, die Synergien aus verschiedenen Generationen hervorbringen.
Vorausschauende Unternehmensführungen überlassen generationengemischte Teams daher nicht sich selbst, sondern bringen der Kommunikation die gebührende Aufmerksamkeit entgegen. Sie treiben die Auflösung vorhandener Konflikte aktiv voran, so dass Projekte und Geschäftsprozesse, die stark von einvernehmlicher Kommunikation abhängig sind, nach und nach konfliktfrei laufen. Sie tragen damit zum Erhalt und zur Weiterentwicklung von Know-How bei, profitieren selbst davon und sichern ihrem Unternehmen Produktivität, gutes Betriebsklima und Image als attraktiver Arbeitgeber.