Nur wer sich selbst gut führt, kann auch andere gut führen.
Das haben wir schon x-Mal gehörte, aber leichter gesagt, als wirklich getan. Unser Business-Alltag als Führungskraft lässt wenig Spielraum zur Arbeit an unserer Selbstführung.
Denn wie sieht unser Alltag aus? Nicht wenige fühlen sich ständig im gestreckten Galopp und andere auf einer Fahrt in der Achterbahn. Gelegentlich macht das durchaus Spaß und ist eine positive Herausforderung, aber nicht als Dauerzustand. Wie kommen wir überhaupt in unsere tägliche Achterbahn? Neben unserer regulären und anspruchsvollen Führungsaufgabe kommen diverse komplexe Projekte hinzu. Möglicherweise bedrohen zudem neue Marktteilnehmer, die Digitalisierung und KI das Geschäftsmodell den eigenen Arbeitsplatz, oder gar das Unternehmen teilweise oder in Gänze. Stellenreduzierungen zur Kostensenkung können notwendig werden, Fach- und Führungskräfte mit spezifischen Kompetenzen werden gesucht, aber nicht gefunden. Es ist ein ständiges Jonglieren und es gilt, die Bälle in der Luft zu halten. Hinzu kommt die agile Organisationsform. Um flexible und selbstorganisiert, interne und extern Teams führen zu können, sind Offenheit, Mut und eine vertrauensvolle Führung notwendig. Wird uns dieser Freiraum gewährt? Trauen wir uns, den Freiraum zu nehmen?
Was braucht es also damit wir reflektierte, vielseitige und experimentierfreudige Führungspersönlichkeiten werden oder bleiben, und wir den Freiraum für erfolgreiches Führen bekommen? Es braucht zum einen eine Unternehmenskultur mit großem, gegenseitigem Vertrauen und die Möglichkeit, mutig, disruptiv und experimentierfreudig Denken und Handeln zu dürfen. Zum anderen braucht es offene, reflektierte, selbstbewusste Persönlichkeiten, mit einer hohen Veränderungsbereitschaft. Das sind unsere Herausforderungen.
Soweit zum Szenario. Das stecken ziemlich viele Ansprüche drin. Wie schaffen wir es also, (noch) besser zu führen und die Ansprüche zu erfüllen?
Erste Maßnahme:
Nehmen Sie sich wöchentlich eine halbe Stunde Zeit zur Selbstreflexion mit der Frage „Bin ich auf dem richtigen Weg?“ Das ist auch eine gute Gelegenheit, sich Leistungen Ihres Teams zu vergegenwärtigen. Sind Sie ein guter Sparringspartner für Ihre Mitarbeiter? Wie füllen Sie diese Rolle mit Leben?
Das ist natürlich nicht neu. Aber Hand aufs Herz: Wie oft und wie regelmäßig haben Sie sich dieses Jahr aktiv die Zeit für eine persönliche Reflexion genommen und die Erkenntnisse erfolgreich in Verhaltensänderungen umgesetzt? Gar nicht? Selten? Unregelmäßig?
Tun Sie es ab sofort regelmäßig, denn damit bleiben Sie fit und flexibel für Anforderungen und Veränderungen Ihres Arbeitsbereichs und Sie empfehlen sich für zukünftige Aufgaben. Mutiges Denken und Handeln sind Kernbestandteile Ihrer Zukunftssicherung. Holen Sie sich als Start z.B. ein 360 Grad Feed-back ein und reflektieren Sie dies mit einem Sparringspartner.
Zweite Maßnahme:
Nehmen Sie sich jährlich einen halben oder dreiviertel Tag – am besten zusammen mit einem Coach – um folgende Punkte zu reflektieren:
Wie aufmerksam sind Sie mit sich und Ihrem Team?
Wie steht es um Ihre Motivation?
Bilden sich Ihre inneren Werte in Ihrem täglichen Umgang mit dem Team ab?
Welches sind Ihre größten Erfolge in diesem Jahr und was (welche Ihrer Handlung) hat zum Gelingen beigetragen?
Wie lassen sich die Erfolgsfaktoren auf nächste Projekte / auf zukünftige Ziele übertragen?
Was ist Ihnen misslungen und woran lag es (bei Ihnen)?
Welche alternativen Lösungen in Ihrem Handeln hätte es gegeben?
Wie lassen sich die ungünstigen Faktoren bei nächsten Projekten / auf zukünftige Ziele vermeiden?
Welche Entwicklungsfelder ergeben sich daraus?
Was sagt Ihre innere Stimme (hören Sie in sich hinein) / Was ist Ihr Bauchgefühl?
Nehmen Sie all diese Erkenntnisse mit Blick auf den Ist- und Soll-Zustand auf mit Blick auf Ihre Zukunftsplanung. So planen Sie sinnvoll Ihre Karriere. Ich unterstütze Sie gern dabei.